Schiffsrecycling als strategische Ressource
Stahl ist einer der Grundpfeiler der europäischen Industrie. Allerdings entstehen rund fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU in den Stahlwerken, was den Handlungsdruck zur Dekarbonisierung erheblich verstärkt. Ein wichtiger Hebel für diese Transformation ist der höhere Einsatz von Stahlschrott. Während der Schrottbedarf in Europa in den kommenden Jahren erheblich steigen wird, reicht die heute verfügbare Menge an hochwertigem Schrott nicht aus, um den erwarteten Bedarf in industriellen Anwendungen zu decken. In dieser Gemengelage kommt ein bisher wenig beachteter Rohstoffstrom ins Spiel: ausgediente Schiffe. Der Bericht „Scrap steel at sea: How ship recycling can help decarbonise European steel production" der NGO Shipbreaking Platform, Sandbag und der Universität Tuscia hebt hervor, welche strategische Rolle dieser Schrottstrom übernehmen könnte und wie ungenutztes Potenzial erschlossen werden kann.